Zusammen ist man weninger allein - Seniorenbeirat-Waldkraiburg

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„Zusammen ist man weniger allein“
„Das soll keine Single-Börse werden, sondern das Leben angenehmer gestalten.“

So beschreibt Erika Fischer die neue Initiative des Seniorenbeirats „Zusammen ist man weniger allein“.
Unter diesem Motto soll im Oktober erstmals ein Treffen im Haus unterm Regenbogen stattfinden.

Waldkraiburg – Die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Erika Fischer, musste selbst schon zwei schwere Verluste erleiden. Bereits im Alter von 32 Jahren verlor sie Ihren Mann und vor knapp zwei Jahren ihren langjährigen Lebensgefährten. Obwohl die ehemalige Realschullehrerin wieder mitten im Leben stehe, spüre auch sie manchmal die Einsamkeit. Da sei es schön, wenn man eine Anlaufstelle hat.

    Auch im Alter soll niemand an Einsamkeit leiden. Erika Fischer ist die      Vorsitzende des Seniorenbeirats und Initiatorin des Projekts                  „Zusammen ist man weniger allein“ in Waldkraiburg. re
  • Wie sind Sie auf die Initiative „Zusammen ist man weniger allein“ gekommen?
Die Idee stammt von Michael Tress, der Seniorenseelsorger im Dekanat Mühldorf ist. Er hat das Projekt „Zusammen ist man weniger allein“ bereits erfolgreich in Flossing und Neumarkt St. Veit eingeführt. Mit Herrn Tress steht der Seniorenbeirat schon länger in Kontakt. Man ist schon mehrmals nach Mühldorf gefahren und hat an Sitzungen teilgenommen, um Anregungen für einen Austausch zwischen den Gemeinden zu finden.
  • Das Treffen in Waldkraiburg organisiert aber Herr Scherr mit.
Genau. Herr Scherr ist Seniorenseelsorger im Dekanat Waldkraiburg. Mit seiner Hilfe organisiert der Seniorenbeirat ein erstes Treffen am 25. Oktober um 14.30 Uhr im Haus unterm Regenbogen.
  • Was ist das Besondere daran?
Es gibt mehrere Seniorengruppen in Waldkraiburg, die aber oft an Konfessionen gebunden sind. Die Initiative „Zusammen ist man weniger allein“ geht zwar auch von der katholischen Kirche aus, doch das steht nicht im Vordergrund, und spricht somit mehr Menschen an.
  • Für wen ist das Angebot denn vor allem?
Für vereinsamte Menschen, die nach dem Verlust des Partners oder nach einer Trennung neuen Anschluss suchen. In einem gemütlichen Umfeld sollen dann bei Kaffee und Kuchen Ideen für Unternehmungen ausgetauscht werden. Das kann von Verabredungen zum Ratschen, bis hin zu Kinobesuchen reichen. Jeder kann und soll sich auch einbringen, damit die Vorstellungen vieler umgesetzt werden.
  • Welche Anliegen sind Ihnen denn wichtig?
Ich möchte eine Wochenendgruppe finden, mit der man Verschiedenstes unternehmen kann. Ich würde zum Beispiel gerne wieder öfter Radtouren machen.
  • Das heißt, Sie fühlen sich besonders am Wochenende alleine?
Ja, das kann man so sagen. Unter der Woche bin ich immer gut beschäftigt, da bereitet mir das Alleinesein keine Probleme. Am Wochenende, wenn man zur Ruhe kommt, spürt man die Einsamkeit erst richtig. Doch gerade am Wochenende möchte ich mich auch nicht bei meiner Familie aufdrängen. Da wäre es natürlich gut, wenn ich bei neuen Bekanntschaften anrufen könnte, um gemeinsam was zu unternehmen.
  • Ist das auch das eigentliche Ziel?
Absolut. Bisher ist geplant, die Treffen alle zwei Monate zu veranstalten. Doch im Idealfall würde sich das Projekt verselbstständigen. Es könnten zum Beispiel Nummern und Kontaktdaten ausgetauscht werden, sodass die Teilnehmer sich unabhängig von den eigentlichen Treffen verabreden können.
  • Wo sehen Sie Probleme – auch im Bezug auf Waldkraiburg?
Ich weiß von vielen Menschen in Waldkraiburg, die unter Einsamkeit leiden. Natürlich ist es schwierig, diese Menschen aus der Reserve zu locken. Das ist das große Handicap und es stellt sich die Frage, ob sie das Angebot überhaupt nutzen und zu den Treffen kommen werden. Gerade in der Stadt ist die Überwindung größer, als auf dem Land, wo noch jeder jeden kennt.
  • Was haben Sie bisher für Rückmeldungen erhalten?
Als ich Freunden von dem Konzept erzählte, meinten sie, dass es doch eh nur eine Single-Börse sei. Diese Vorurteile gibt es natürlich und man muss ihnen entgegenwirken. Denn es soll nicht der Eindruck einer Partnervermittlung entstehen. „Zusammen ist man weniger allein“ soll das Leben angenehmer gestalten.
Folgen von Einsamkeit
Einsamkeit im Alter macht krank, das ist längst erwiesen. Sie wirkt sich auf den Körperähnlich aus wie immenser Stress und schwächt dadurch Immun- und Herz-Kreislauf-System.
Bluthochdruck, Diabetes und wiederkehrende Infektionen sind die Folge. Auch die Gehirngesundheit (Stichwort Demenz) wird negativ beeinflußt. Einen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und fortschreitender Demenz erkennt auch Dagmar Greck mit ihrer langjährigen Erfahrung als aufsuchende Sozialarbeiterin.
Während ihrer Arbeit kümmert sie sich um die Probleme aller, die in Waldkraiburg an Einsamkeit im Alter leiden. Das neue Projekt "Zusammen ist man weniger allein" müsse ganz ihrem Motto entsprechend "lieber tun wie reden", erst einmal ausprobiert werden. Wichtig ist es, all jene mitzunehmen, die sonst durch das Raster fallen, um Krankheiten wie Demenz entgegenzuwirken.
Quelle: Waldkraiburger Nachrichten vom 17.08.18
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