Kriesendienst Psychiatrie - Seniorenbeirat-Waldkraiburg

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BEZIRK OBERBAYERN

Krisendienst der Psychiatrie in der Region 18 eingeführt

Der Bezirk Oberbayern hat als erster einen flächendeckenden Krisendienst Psychiatrie eingeführt. Unter der Nummer 0180/6553000 können sich Bürger täglich von 9 bis 24 Uhr, an 365 Tagen im Jahr, in seelischen Krisen und psychiatrischen Notlagen an den Krisendienst Psychiatrie wenden.

Mühldorf– Bezirksrätin und die Behindertenbeauftragte des Landkreises, Claudia Hausberger, stellte zusammen mit Hermann Däweritz, Gebietskoordinator Krisendienst Psychiatrische Region Süd-ost-Oberbayern, und Dieter Wenzler, vom SPDI Mühldorf im großen Sitzungssaal des Mühldorfer Landratsamtes den neuen Krisendienst im Landkreis Mühldorf vor.

Jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens mit ungewollten Veränderungen, Sorgen und Leid konfrontiert. Manchmal wird dabei das innere Gleichgewicht so stark erschüttert, dass die gewohnte Bewältigungsstrategien nicht mehr ausreichen. „Allein im Juli haben aus der Region 1728 Anrufe den Krisendienst erreicht“, stellte Claudia Hausberger die neuesten Zahlen vor.

Der Bezirk Oberbayern finanziert mit rund vier Millionen Euro die flächendeckende Einführung dieses Krisendienstes. „Wir haben uns im Bezirk Oberbayern einstimmig dafür ausgesprochen, diesen flächendeckenden Dienst an 365 Tagen im Jahr einzuführen“, betonte die Bezirksrätin.

Hermann Däweritz berichtete, dass von April 2016 bis Juli 2017 17000 Anrufe beim Krisendienst des Bezirks eingegangen seien. Beim Krisendienst Psychiatrie erhalten betroffene Personen qualifizierte Soforthilfe bei seelischen Krisen und psychiatrischen Notfällen jeder Art.

„In der Leitstelle arbeitet ein Team aus erfahrenen, speziell in Krisenhilfe geschulten Fachkräften unter fachärztlicher Leitung zusammen“, erläuterte Däweritz.
Die Krisenberater der Leitstelle klären mit dem Anrufer die Situation und vermitteln bei Bedarf in die vielfältigen Beratungs- und Behandlungsangebote in allen Landkreisen, Städten und Gemeinden Oberbayerns.


Bei der Vorstellung des Krisendienstes Psychiatrie
von links; Hermann Däweritz, Claudia Hausberger und Dieter Wenzler.sb© OVB

Der Krisendienst Psychiatrie bietet fachkundige Beratung und zeigt Wege auf für Betroffene, Angehörige, Betreuer und Fachstellen. „Bei 80 Prozent der Anrufer reicht dieses Beratungsangebot in der Regel aus“, bilanziert Däweritz. Anrufen würden in der Regel 60 Prozent der Betroffenen, in 23 Prozent sind es die Angehörigen, zehn Prozent sonstige Anrufer und sieben Prozent durch die Fachstellen.

Falls erforderlich, vermittelt der Krisendienst zeitnahe Termine in ambulante Behandlungsangebote. In besonders akuten Fällen veranlasst der Krisendienst den Einsatz erfahrener Fachkräfte vor Ort. Ist eine stationäre Behandlung notwendig, kann der Krisendienst Psychiatrie direkt in eine psychiatrische Klinik vermitteln.

Dieter Wenzler, Sozialpsychiatrischer Dienst Landkreis Mühldorf, berichtete über Fälle im Landkreis Mühldorf, die bei seiner Dienststelle aufgelaufen sind. Er begrüßte die flächendeckende Einführung des Krisendienstes Psychiatrie in Oberbayern. Er sieht darin eine wichtige Stärkung der Arbeit und ein wichtiges Angebot für die Betroffenen.

„Jede Krise braucht andere Hilfe. Entscheidend ist neben der konkreten Konflikt und Problemlage, ob mit der Krise eine akute Gefährdung für den Betroffenen oder sein Umfeld einhergeht“, stellte Hermann Däweritz am Schluss der Vorstellung des Krisendienstes heraus.

Quelle: OVB Waldkraiburger Nachrichten 09.11.17
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